Seit dem 24. September ist er der Liebling auf dem Zechengelände: Der Amberbaum. Der erste Baum, von später vielen, der den zukünftigen Zechenpark verschönern soll. Gepflanzt von Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW und Schirmherr der Landesratenschau Kamp-Lintfort. Seine schönen Farben machen ihn zu einem beliebten Fotomotiv. Sogar einen Namen hat er schon bekommen: Fritz! Passend zum Spitznamen des ehemaligen Bergwerk West „Fritzen Henn“.

Die Wahl fiel auf einen Amberbaum, weil diese Baumart passend zur Pflanzung im September bereits wunderschöne Herbstfarben trägt. Zudem können diese Bäume sehr gut pralle Sonne vertragen und gehören zu den wenigen Gehölzen, die so gut wie nie von Schädlingen und Krankheiten befallen werden. Beste Voraussetzungen also, um im Zechenpark groß rauszukommen. Aber das ist nicht das einzig Wissenswerte zu unserem Amberbaum „Fritz“.

 

Woher kommt der Amberbaum?

Die Gattung Liquidambar wächst im östlichen Asien und im südwestlichen Asien, zum anderen in Zentral- und Nordamerika. Aber auch in Deutschland ist die Gattung Liquidambar schon lange vertreten und fossil seit dem Tertiär nachgewiesen, so in den Braunkohlelagerstätten Deutschlands. Aus dem Tagebau Garzweiler ist aus dem Pliozän mit einem Alter von ca. 5 Millionen Jahren die Art Liquidambar lievenii bekannt.

In Deutschland ist nur der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua) frost- und winterhart. Der Amerikanische Amberbaum wird als Großbaum zwischen 20 und 45 Meter groß und bis zu 10 Meter breit. Neben Bergulme, Gemeine Esche, Ginkgo, Ahornblättrige Platane, Silberpappel, Sommerlinde und Stieleiche zählt er somit zu den höchsten Laubbäumen in Europa.

Es gibt sehr viele verschiedene Sorten des Amberbaums, die sich im Wachstum, in der Färbung und in der Entwicklung der Baumkrone unterscheiden. Sie werden entweder durch Aussaat oder durch Veredlung vermehrt. Die veredelten Exemplare färben ihr Laub je nach Sorte sehr zuverlässig, während bei der Aussaat die Ausprägung ihrer Herbstfarben stark variieren kann.

 

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Was macht den Amberbaum so besonders?

Der lateinische Name Liquidambar setzt sich aus "liquid" (lateinisch für "flüssig") und "anbr" (arabisch für "Bernstein") zusammen. Bei Verletzung des Stamms tritt ein süßlich duftendes Harz, auch Storax genannt, aus. Die Indianer verwendeten es als natürliches Kaugummi und auch heute noch dient es als Rohstoff für die Kaugummiherstellung. Die US-Amerikaner nennen den Amberbaum deshalb auch "sweetgum" ("Süßgummi").

Harz, Stämme, Blätter und Früchte werden medizinisch genutzt. Aus einigen Arten der Amberbaum-Gattung wird ein als Styrax bezeichnetes Harz gewonnen, das für Räucherwerke verwendet wird. Fälschlicherweise werden die Bäume oft auch als Storaxbäume oder Styrax bezeichnet. Dies kommt daher, dass bis zum 18. Jahrhundert das Harz hauptsächlich aus dem Storaxbaum (Styrax officinalis) gewonnen wurde. Danach jedoch meist aus dem zum echten Storax geruchlich sehr ähnlichen, aber dennoch nicht näher verwandten Orientalischen Amberbaum (Liquidambar orientalis), da er ertragreicher ist.

Das Storax des Orientalischen Amberbaums wird in der Aromatherapie, bei der Parfum- und Seifenherstellung sowie in Tabak-Mischungen eingesetzt. In der Naturmedizin gilt das Harz als entzündungshemmend und schleimlösend.

In den USA wird der Amberbaum auch als Forstbaum zur Nutzholzgewinnung gepflanzt. Sein hartes, aromatisch duftendes Holz ist vor allem in der Möbelschreinerei gefragt. In Farbe und Maserung ähnelt es dem Nussbaum. Es wird von Kunsttischlern geschätzt, die Zweige des Baumes sind gesuchte Wünschelruten.

 

Ist der Amberabum auch für meinen Garten geeignet?

Amberbäume sind aufgrund ihrer Größe und der prächtigen Herbstfärbung im Garten für die Einzelstellung prädestiniert. Wer den Platz hat, kann sie jedoch auch als kleine Gruppe pflanzen. Ein schönes Farbenspiel entsteht, wenn man sie mit Bäumen kombiniert, die sich in gelben Herbstfarben tönen. Die lockere Krone des Amberbaums lässt relativ viel Licht durch, sodass er sich auch als Standort für einige Beetstauden eignet.

Der Amberbaum hat meist eine schmale, kegelförmige Krone mit durchgehendem Mitteltrieb. Ältere Exemplare gehen mehr in die Breite und können in milden Regionen über 20 Meter hoch werden. Der Amberbaum zählt zu den schönsten herbstfärbenden Gartengehölzen. Die fünf- bis siebenlappigen, ahornähnlichen Blätter haben eine glänzend grüne Oberfläche und werden bis zu 13 Zentimeter lang. Aufgrund der ahornähnliche Blätter wir er oft mit einem Ahorn verwechselt.

Das Laub verfärbt sich meist schon ab Ende September und trägt verschiedenste Nuancen von Gelborange über Karminrot bis Schwarzviolett. Oft zeigt sogar ein und dasselbe Blatt mehrere Farbtöne. Der Amberbaum ist einhäusig. Er trägt also männliche und weibliche Blüten getrennt voneinander an einer Pflanze. Beide Blüten sind recht unscheinbar: Die männlichen Blütenstände sind grünliche, meist aufrechte, fünf bis sieben Zentimeter lange Ähren. Die weiblichen Blüten sind etwas auffälliger und befinden sich in kleinen hängenden, kastanienähnlichen Kugeln. Blütezeit ist im Mai.